IBA_Hamburg – schade – das war wohl nichts!

wir sind zwar nur ein kleiner öffentlicher Gemüsegarten in Hamburg St. Pauli, aber dafür haben wir die große Hoffnung, mit diesem Aufruf und mit unserer Position nicht alleine zu bleiben. Artikuliert Euch!

Am kommenden Wochenende findet die „große Eröffnungsfeier“ der IBA_Hamburg statt und alle sind eingeladen, nach Wilhelmsburg zu kommen und dem Spektakel beizuwohnen.

Wir fühlen uns angesprochen. Als Hamburger, als Kulturschaffende, als Aktive für eine bessere Stadtentwicklungspolitik. Hamburgs „Internationale Bauausstellung“ geht jeden etwas an. Eine IBA will lokal, überregional und international Wirkung entfalten und zeigen, wie gute Stadtentwicklung geht.

Schade – aber dieses Ziel hat diese IBA nicht erreicht.

Wir meinen, dass es an diesem Eröffnungswochenende nicht darum gehen kann, einzelne Projekte, die in den letzten Jahren hier und da vielleicht gelungen sind sind, über den igs-Klee zu loben.

Am Eröffnungswochenende geht es um die Beurteilung des Ganzen. Es geht um die IBA_Hamburg als politisches Großprojekt der Stadt Hamburg.

Und wir finden: Das geht besser!

Die Realität sieht so aus: Schimmelnde Wohnungen in Wilhelmsburg Mitte, steigende Mietpreise. Und was macht die IBA? Sie stellt einige hochpreisige „Smart Houses“, „Soft Houses“ oder „Hybrid Houses“ wahlweise auf die Wiese oder in den Teich. Wohnungspolitisch: Thema verfehlt!

Die Kanäle sind immer noch vergiftet, die Wiesen immer noch kontaminiert, aber dafür wird das Kohlekraftwerk in Moorburg gebaut und die Autobahn durch Wilhelmsburg geplant. Und was macht die IBA? Sie labelt den Dioxin verseuchten Müllberg zum „Energieberg“ um und nennt das „die neue Hamburger Landmarke“. Ökologisch und energiepolitisch: schlechtes Klima.

Unzählige Mal über sieben lange Jahren haben engagierte Bürger_innen die IBA_Hamburg auf die wirklichen Probleme des Stadtteils hingewiesen. Die Beteiligung der lokalen Experten wurde angeboten und eingefordert. Und was macht die IBA?

Sie interessierte sich nicht für nachhaltige Problemlösungen, sondern für kurzfristige Imagepolitik. Das kann sie gut. Marketing und schönen Schein produzieren, wie der Lichtstrahl, der ab jetzt allabendlich im Nachthimmel den „Sprung über die Elbe“ symbolisieren soll. Wer lässt sich von dieser Symbolpolitik blenden?

Leider hat die IBA_Hamburg doch Modellcharakter: als trübseliges Modell für Stadtentwicklung im PR-Format.

Die Wilhelmsburger wollten, dass in ihren lange vernachlässigten Stadtteil endlich investiert wird, dass sich die Lebensbedingungen verbessern, dass Menschen aus allen Kulturen eine Chance bekommen, gut zu leben, dass die Luft und die Verkehrslage erträglich werden, dass der Hafen nicht willkürlich die Zugänge zum Wasser versperrt, dass die Bildungssituation besser wird. Und was hat die IBA_Hamburg gemacht?

Die IBA_Hamburg hat es geschafft, einen hoch engagierten Stadtteil mit überdurchschnittlich vielen Initiativen komplett zu spalten und überall Zwist zu säen – Glückwunsch!

Die IBA_Hamburg hat es geschafft, dass ihr Eröffnungswochenende mit Bannmeilen, Verbotszonen und Einlasskontrollen gegen Meinungsäußerungen geschützt werden muss – Glückwunsch!

Und nun? Wir denken, dass wir alle eine Verantwortung gegenüber der Entwicklung der Städte haben und gegenüber den Gästen und den Besuchern aus aller Welt, die auf die IBA_Hamburg schauen.

Artikulieren wir also an diesen Tagen, was wir für richtig und wichtig halten und tun wir, was in unseren Möglichkeiten liegt! Redet mit der Presse, die ab Donnerstag in der Stadt ist. Klagt gegen das Demonstrationsverbot! Hängt Eure Sprüche an Eure Fenster und Balkone, tragt Kommentare an Euren Jacken, geht zur Demo, beteiligt Euch an den Aktionen – macht dieser so genannten Internationalen Bauausstellung, macht Hamburg und der Welt klar:

IBA_Hamburg –  das war wohl nichts! Wir können das besser!

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Ein Kommentar zu IBA_Hamburg – schade – das war wohl nichts!

  1. Grünspan sagt:

    Danke, wir brauchen keine vermeintliche Interessenvertretung aus St. Pauli. ICH lebe in Wilhelmsburg und der Protesttourismus aus der Schanze und aus St. Pauli geht mir mächtig auf die Eier.

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