Ein Gemeinschaftsgarten als urbane Protestform?

Uns hat die Nachricht erreicht, dass am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg eine Hausarbeit über die Keimzelle geschrieben (und sehr gut beurteilt) wurde. Glückwunsch! „Ein Gemeinschaftsgarten als urbane Protestform?“ lautet die Fragestellung und wir finden, das Thema passt prima zur Keimzelle. Unter „Wissenschaft + Kunst“ kann man die Hausarbeit auch ansehen.

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Solidarisches Gemüse: Erstes Vernetzungstreffen

Solidarisches Gemüse wächst auch im Winter – so geschehen am Sonntag 9.12. im wohlig-warmen Centro Sociale. Dort haben sich Gartenprojekte aus Altona, Bahrenfeld, St. Pauli, Hamm und Wilhelmsburg zu einem ersten Netzwerktreffen zusammengefunden. Unterstützt durch ein kleines Buffet mit Selbstgemachtem und teilweise auch noch Selbstgeerntetem war sich die große Runde einig, dass eine weitere Vernetzung sowohl für praktische Dinge des Gärtnerns (Tausch von Saatgut, Werkzeug, Regenwürmern und Wissen) als auch für politische Perspektiven von Nöten ist. Mit einem interessanten Kurzreferat hat außerdem Moritz von der Keimzelle einige Geheimnisse zu wild wachsendem Stadtobst und urban fishing (Angeln im Isebekkanal) offenbart. Jedenfalls bestätigen diese bislang unbekannten Jagdgründe unsere Utopie einer Neuen Wirtlichkeit der Stadt. Zum Schluss haben die Anwesenden sich auf ein nächstes Treffen in der zweiten Februar-Hälfte verständigt. Und auch darauf, dass alle Initiativen bis dahin Listen der eigenen Kompetenzen und Kapazitäten erstellen, nach dem Motto: Solidarische Mittel sind erwünscht, die Gemüse und Gemeinwohl gedeihen lassen.

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Keimzelle goes GrünAreal 2012

utopieTV hat eine wunderbare Film-Dokumentation gemacht. Über die Keimzelle und ihren Wunsch zum GrünAreal anzuwachsen. 33 Minuten vom Hochbeet-Richtfest über Kunst und Kohlrabi bis zum Musikumzug vor die Alte Rindermarkthalle.

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Eine Klarstellung

Wie die meisten wissen, ist der Nachbarschaftsgarten „Keimzelle“ auch ein Projekt, das als „GrünAreal“ auf das Gelände der Alten Rindermarkthalle wachsen will. Das „GrünAreal“ soll ein grosser Gemüsegarten für alle Anwohner_innen sein und an der Gestaltung des Geländes der Alten Rindermarkthalle mitwirken.

Nun haben uns Informationen in der Folge der so genannten Auftaktveranstaltung zur Vergabe der Flächen für stadtteilbezogene Nutzungen in der Alten Rindermarkthalle erreicht, die uns zu folgender Klarstellung veranlassen:

Seit fast drei Jahren haben Gruppen, Initiativen und Anwohner_innen ein Mitbestimmungsinteresse an den (landes- sowie kommunal-) politischen Entscheidungen bezüglich der zukünftigen Neuplanung des Geländes sowie des Bestands der ehemaligen Rindermarkthalle artikuliert. Richtig.

Aber die Arbeit einer „Jury“, die dazu da ist, den Bedarf an stadtteilbezogenen Flächen von gemeinwohlorientierten Nutzungen in St. Pauli Nord im Rahmen eines Wettbewerbs um 800 qm in der Rindermarkthalle zwischen Bewerber_innen zu verteilen, hat nichts, aber wirklich auch gar nichts, mit der geforderter Mitbestimmung zu tun.

Diese Vergabejury in einen sachlichen Zusammenhang mit stadtentwicklungspolitischen Mitbestimmungsverfahren zu bringen, ist eine unzutreffende, wenn nicht vorsätzlich täuschende Darstellung. Wir erinnern in diesem Zusammenhag gerne an das von der Stadt Hamburg verabschiedete Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung (RISE), wo detailliert die Formen tatsächlicher Mitbestimmung aufgelistet sind (etwa: „Mitbestimmung: Betroffene Bürger können frühzeitig ihre Sichtweisen zu einem öffentlichen Vorhaben geltend machen und auch eigene Alternativen entwickeln; häufig erhalten sie Unterstützung durch Experten – z.B. Planungszelle; die Beteiligung erfolgt ‚auf Augenhöhe’ und der Beitrag seitens der Bürger kann weit reichend sein; S. 42f).

Es sei auch darauf hingewiesen, dass wir seit Monaten durch Plattformen wie den Planungsgarten an echten Mitbestimmungsmodellen arbeiten.

Die Vertreter_innen der Gartenprojekte Keimzelle bzw. Grünareal haben daher keinerlei Grund, bei der Vergabe der vorab festgelegten Flächen in der Rindermarkthalle mitzumachen. Dieses Mitmachen in öffentlichen Stellungnahmen von uns einzufordern ist – atemberaubend.

Es hat den Anschein, als würde versucht, die Tatsache unserer Abwesenheit am 21.11. zu nutzen, um unser Engagement für die Alte Rindermarkthalle zu diskreditieren. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Blog-Eintrag zur Veranstaltung der Projektentwickler Maßmann und Co: „Leider nicht erschienen waren Vertreter/innen von Initiativen wie der Wunschproduktion oder der Keimzelle. Wir lassen das jetzt einmal unkommentiert, fragen uns aber, inwieweit ein Fernbleiben von dieser Veranstaltung den eigentlich einmal formulierten Mitbestimmungsinteressen dient.“

Um es noch einmal zusammenzufassen:
Die so genannte Vergabejury setzt die Folgen der Entscheidung der SpinkenhofAG um, das Gesamtgelände an ein privates Großunternehmen zu vermieten. Mit diesem Vorgang einer ‚Vergabe von Flächen’ haben wir nichts zu tun. Mit der Entscheidung für eine Privatisierung dieses städtischen Grundstücks und Gebäudes wurde der in mehreren politischen Verlautbarungen angekündigte Teilhabeprozess vorübergehend verhindert.

Dennoch werden wir versuchen, parallel zu dieser auf 10 Jahre befristeten Zwischennutzung alles dafür zu tun, dass die Anwohner_innen diesen Zeitraum nutzen, um einen – vielleicht sogar vorbildlichen – stadtentwicklungspolitischen Beteiligungsprozess auf die Beine zu stellen, der diesen Namen wirklich verdient.

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Flattern für die Vernetzung

Am Samstag wurde geflattert. Initiativen, Gruppen und Orte in St. Pauli Süd und Nord und dem Karoviertel haben ihre Vernetzung im Stadtraum mit schönem, rotem Flatterband sichtbar gemacht. Viele dieser Projekte kümmern sich um die lokale Selbstorganisation und eine Stadtplanung von unten oder verstehen sich als Kontrapunkt gegen die Gentrifizierung. Hier nur einige Bilder von der Keimzelle übers Centro in die Wohlwillstraße (mehr zu sehen gibt es auf der Seite von Unser Areal).

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Noternte

Frost ist angekündigt – schnell noch die letzten Tomaten und Bohnen geerntet – (und ab in die Tomatenbrutdunkelkammer) – das gibt noch ne Suppe!

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Mahlgemeinschaft

Es ist bald vorbei mit der Aufenthaltsqualität in der Keimzelle – aber die letzten warmen Tage waren Anlass, noch einmal mit Freund_innen draußen zu ernten, zu schneiden, zu kochen und zu speisen … mit Kerzen schön in die Dunkelheit hinein.

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Das Fest…

Bei wildem Wetter mit strahlendem Sonnenschein, Hagel, Regen und kühlen Temperaturen wurden die neuen Beete besichtigt und der Pavillon an der Feldstraße präsentiert, der die Vision des Gartens auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle zeigt. Der Garten im Karolinenviertel hat jetzt viele neue Sitzgelegenheiten zum Reden, Kreidetafeln für Nachrichten und ein „Archiv der Amateursorten“, das die Saatgutproblematik thematisiert, die durch die EU-Verordnung entsteht.  (Bilder dazu auch auf www.gruenareal.net)

Es spielten auf dem Fest Ben con Cello und Anne Wiemann mit Vogelmaske ganz wunderbar und laut – mal gemeinsam mit Anwohner_innen, mal für die Zuhörer miteinander. Anne Vaupel servierte Kürbissuppe mit Kräutern und Döndü Özal hatte einen großen Topf voller kleiner leckerer Sarma gemacht. Der Film von utopieTV zeigte die Geschichte und das Ziel der Keimzelle, die zum GrünAreal an der Alten Rindermarkthalle anwachsen will (bald auch online).

Im Zelt, gegen die Witterung versammelt, folgten die Gärtner_innen, Kunstinteressierten und Stadtaktiven den Worten der Redner_innen: Bernd Kniess machte deutlich, dass ein Planungsgarten die zeitgemäße Antwort auf eine neue und behutsame Stadtplanung sein kann. Michael Lingner hob hervor, das der Wert von Kunst nicht in den Objekten liegt, sondern als Wertvorstellung  in Kommunikationsprozessen verhandelt wird. Harald Lemke verwies auf die globale Bedeutung von Stadtgärten als einer Politik der lokalen Selbstversorgung, wie in Havanna, oder einer Überwindung überkommener Stadt-Land-Verständnisse, wie schon beim Kartoffelgarten-Projekt von Joseph Beuys. Anke Haarmann rekapitulierte die stadtplanerische und politische Dimension des Gartenprojekts im Karoviertel, wie sie sich auch im Slogan „Keimzelle goes GrünAreal“ niederschlägt.

Um diesen Slogan performativ auf die Straße zu bringen, zogen die Anwesenden mit Musik vor die Alte Rindermarkthalle und platzierten ein Hochbeet und hängende Gärten am Bauzaun. Keimzelle goes GrünAreal!

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Morgen: Keimzelle goes GrünAreal

Morgen ist es so weit !! Am So. den 7. Oktober von 13 – 16 Uhr feiern wir, informieren wir, schauen wir die neuen Hochbeete an und den Film über die Keimzelle, die aufs Areal will und es gibt Suppe und Musik aus dem Viertel.

Kommt also! Es soll sogar etwas sonnig werden. Und hier das das Programm:

So. 7. Oktober 2012
Marktstraße Ecke Ölmühle
13 – 16 Uhr
Unter dem Titel “Keimzelle goes GrünAreal” feiert das GrünAreal mit der Keimzelle Erntedank und eröffnet • Redeorte • Hochbeete • Sitzplätze • Gemüseanbau • öffentlichen Raum • und eine Vision • mit Beiträgen zu • Grünareal (Anke Haarmann) • Stadtgemüse (Harald Lemke) • Planungsgarten (Bernd Kniess) • Ist das Kunst oder kann das geerntet werden (Michael Lingner) • einem performativen Musikumzug (Ben con Cello, Anne Wiemann u.a.) mit Gerätschaft
Film (utopieTV) und Suppe (c’est si bon)
Das Ganze wird gefördert durch die Kulturbehörde Hamburg im Programm Kunst im öffentlichen Raum und ermöglicht durch die Beteiligten des Gartens
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Keimzelle goes Grünareal

Wir bauen an der öffentlichen Plattform und errichten Hochbeete für Anwohner_innen, Sitzgelegenheiten zum Austausch, Infowände für Nachrichten und bewegen uns dabei langsam aber sicher Richtung Areal – dem Gelände an der Alten Rindermarkthalle.

Das alles wollen wir Euch präsentieren. Also am besten den Termin schon mal vormerken:

Am Sonntag den 7. Oktober feiern wir „Keimzelle goes Grünareal“

Ein Erntedank und eine Eröffnung der neuen Beete, mit einem performativen Musikumzug, mit Film und Suppe sowie Beiträgen zu Stadtgemüse, Planungsgarten und der spannenden Frage: Ist das Kunst oder kann das geerntet werden?

Vorher könnt Ihr gerne zum Bauen und Basteln vorbeikommen 😉

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